Aktuelles von [U25] Dortmund

Fachtag zum Thema Suizidprävention fand statt

Eindrücke vom Fachtag zum Thema Suizidalität im Kindes- und Jugendalter der [U25] Standorte in NRW: Dortmund, Gelsenkirchen und Paderborn

„Ich bin mir heute noch sicher, dass dieser Kontakt mein Leben rettete“, sagt Hannah. „Ihr sorgt dafür, dass wir weiterleben wollen“, schreibt Jasmin. Beide wurden von gleichaltrigen Freiwilligen der Online-Suizidprävention [U25] der Caritas begleitet. Rund 200 Ehrenamtliche an zehn Standorten von [U25] in Deutschland stehen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die ernsthaft darüber nachdenken, sich aus Verzweiflung das Leben zu nehmen, als Ansprechpartner zur Verfügung. „Ich habe sehr viel Respekt vor diesem Engagement“, sagte Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig bei einem Caritas-Fachtag „Suizidprävention im Kindes- und Jugendalter“ im Sozialinstitut Kommende in Dortmund. „Die jungen Leute sind bereit, sich konfrontieren zu lassen mit Perspektivlosigkeit“, betonte Lüttig, der die Gründung der zwei U25-Standorte im Erzbistum Paderborn beim Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in Dortmund und beim Caritasverband Paderborn anstieß. Suizid sei die zweithäufigste Todesursache unter Jugendlichen, sei aber immer noch ein Tabuthema, über das viele Vorurteile kursieren.

„Wir sind Wegbegleiter in schwierigen Zeiten, aber keine Psychologen“, schilderte Kathy von der [U25]-Beratung in Dortmund. „Wir gucken bei den Anfragen, wer zu wem passt, je nach Thema oder Alter.“ Zum Schutz der Ratsuchenden und der gleichaltrigen Berater, der sogenannten Peers, bleibt die Beratung anonym. „Wir haben ein offenes Ohr, therapieren aber nicht“, erklärt Peer-Begleiterin Christine aus Dortmund. Viele der Ratsuchenden seien schon in Therapie, suchten aber den Austausch mit Gleichaltrigen. Junge Erwachsene, die sich in der Online-Suizidprävention engagieren wollen, werden in einem 32 Stunden dauernden Kurs intensiv auf diese Aufgabe vorbereitet, berichtet Jakob Henschel, [U25]-Projektleiter beim Deutschen Caritasverband. Die jungen Ehrenamtlichen würden intensiv begleitet. Alle 14 Tage tauschen sie sich in einer verpflichtenden Teambesprechung über ihre Erfahrungen aus.

[U25]  sei als Angebot „dringend nötig“, sagte Johannes Ketteler, Leiter des Krisenzentrums Dortmund. Auch weil Kinder und Jugendliche in der Schule und in ihrem Umfeld häufig keinen Ansprechpartner finden. Er rief dazu auf, jeden Hilfesuchenden ernst zu nehmen. „Wenn jemand sagt, er ist in einer Krise, ist er es.“  Krisenhilfe müsse aber helfen, „Leid zu gestalten, nicht zu unterdrücken“. Schließlich liege auch im Leiden eine Chance für Wachstum. „Ruhige See hat noch nie einen guten Seemann hervorgebracht.“ Wichtig sei eine verlässliche Begleitung in der Krise.

Eine große Rolle bei Jugendlichen, die notfallmäßig in die Psychiatrie kämen, spiele Mobbing, sagte Dorothea Rahmann, Chefärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie der LWL-Elisabeth-Klinik Dortmund. Großen Einfluss auf suizidales Verhalten haben zudem sexueller Missbrauch sowie schwere physische und psychische Misshandlungen, aber auch familiäre Konflikte, die Trennung der Eltern oder Liebeskummer. Unter den Hilfesuchenden in suizidalen Krisen seien wegen ihrer traumatischen Erlebnisse auch viele Flüchtlinge. Wenn Jugendliche bereits einen Suizidversuch unternommen haben, dürfe man auf keinen Fall mit Vorwürfen oder vorschnellen Lösungsvorschlägen reagieren, warnt Rahmann. Als erste Hilfe seien stützende Gespräche in einem stabilen Rahmen nötig. Dafür werde in ihrer Klinik ein ständiger Bezugstherapeut eingesetzt, der versuche, eine Perspektive für das Leben zu vermitteln.

(Text:Caritasverband für das Erzbistum Paderborn e. V. )

Vierte Gruppe Ehrenamtlicher lässt sich zu Krisenbegleiter/innen ausbilden

 

Schon im Frühjahr ging es für die 8 jungen Engagierten los. Ende April fand die vierte Gruppe, die die Fachkräfte von [U25] Dortmund nun zu ehrenamtlichen Krisenbegleiter/innen ausbilden werden, das erste Mal zusammen- mittlerweile ist mehr als die Hälfte der Ausbildung abgeschlossen und die neuen Peer-Berater/innern steuern dem Ende der Ausbildung und einem sehr spannenden Ehrenamt entgegen. Nach Abschluss der Ausbildung dürfen sie bis zu 3 Jugendliche in Krisen gleichzeitig via Mail durch die jeweilige Krisenzeit begleiten. Viele der Betroffenen sind suizidal- und genau dieses Arbeitsfeld ist es, das alle Auszubildenden Peers so spannend finden. Wirklich was bewirken- das wollen sie alle. Leben retten.
Und wir wünschen Euch dabei viel Erfolg und ein Bisschen Glück.
Willkommen in der [U25] Familie!

Children for a better world Unterstützt [U25] Dortmund

Das Projekt CHILDREN! Jugend Hilft der Organisation children for a better world e.V. hat sich jüngst entschlosse, den [U25] Standort in Dortmund mit einer Fördersumme von 1.000€ zu unterstützen. Darüber haben wir uns schon riesig gefreut. Gleichzeitig gehört [U25] Dortmund auch zu den 8 Siegerprojekten des dazugehörigen Wettbewerbs. Die Siegerprämie besteht aus einem mehrtätigen Schultungscamp für unsere jüngsten Peers, sowie einem Treffen mit der Gattin des Bundespräsidenten Elke Büdenbender im Schloss Bellevue. WAHNSINN! Wir freuen uns sehr und sind echt dankbar für eine solche Ehre. Sowohl das Camp als auch der Besuch im Schloss Bellevue werden Ende des Jahres stattfinden- noch etwas hin – aber wir werden berichten!

 

 

Es schneit, es schneit…

Auch das zweite Jahr seit Bestehen des Projektes [U25] in Dortmund neigt sich nun langsam dem Ende zu. Sogar in Dortmund fallen mittlerweile dicke Schneeflocken vom Himmel und wir möchten die Gelegenheit nutzen uns ganz herzlich bei all jenen Menschen und Organisationen zu bedanken, die dazu beigetragen haben, dass wir auf ein so erfolgreiches Jahr zurückblicken können.
Ein ganz großer Dank gilt natürlich all jenen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die uns ihr Vertrauen schenken und die wir durch unser Beratungsangebot unterstützen dürfen. DANKE an euch und euren Mut!
Auch unsere Peers haben das Projekt in diesem Jahr wieder fantastisch unterstütz über 200 Hilfesuchenden konnten unsere Berater/innen in diesem Jahr unterstützend zur Seite stehen. Danke für euren Einsatz und die über 1200 Mails, durch die Ihr auch in diesem Jahr wieder ein Bisschen Hoffnung und Zuversicht in die Welt getragen habt.
Desweiteren geht ein großer Dank an die Untersützer sowie die Juroren des Heinricht-Schmitz-Preises, des Deutschen Bürgerpreises 2017 sowie an startsocial. Es bedeutet uns sehr viel und macht uns überaus stolz in diesem Jahr sowohl die benannten Preisen geehrt worden zu sein als auch eines der startsocial Stipendien gewonnen haben zu dürfen.

Optimistisch in die Zukunft blickend wünschen wir Ihnen und Euch eine schöne und ruhige Weihnachtszeit und einen guten Rutsch in das Neue Jahr!

Euer [U25] Dortmund Team

Pünktlich zur Weihnachtszeit ist er fertig: unser Video-Spendenaufruf

Hier geht es zum Video.

Pro Jahr nehmen sich allein in Nordrhein-Westfalen etwa 1.800 Menschen das Leben. Zum Vergleich: die Zahl der Verkehrstoten in NRW liegt jährlich bei etwa 450 Personen.
Erschreckend hohe Zahlen, die unbedingt nach unten korrigiert werden müssen, insbesondere, da sich unter den Todesfällen jährlich hunderte Kinder und Jugendliche befinden!

Das Projekt [U25] Online-Suizidprävention in Dortmund, widmet sich genau dieser Aufgabe. Über das so genannte Help-Mail-System bekommen Personen bis 25 Jahre in akuten, meist suizidalen Krisen kostenlose, anonyme und zeitlich unbegrenzte Unterstützung via Mail. Neben der onlinebasierten Arbeitsweise stellt eine weitere Besonderheit von [U25] die Arbeit mit so genannten Peerberater/innen dar. 25 dieser Berater/innen arbeiten aktuell für das Projekt. Sie sind mit 16-25 Jahren im gleichen Alter wie die Hilfesuchenden, werden vor Beginn der Beratungstätigkeit speziell geschult und engagieren sich ehrenamtlich bei [U25].
Jährlich begleiten sie bis zu 300 Hilfesuchende in Krisenzeiten- allein am Standort Dortmund.

Derzeit wird das Projekt durch eine Start-Up Finanzierung der Aktion Mensch sowie des Caritasverbandes der Diözese Paderborn getragen. Diese Finanzierung endet jedoch im kommenden Jahr, weshalb das Projekt bereits jetzt auf der Suche nach möglichen Spendern ist.
Vor diesem Hintergrund entstand die Idee einen Video-Spendenaufruf zu drehen, der zusätzlich Einblicke in die tägliche Arbeit der Peer-Berater/innen gibt.
Jonas Grote und Jakob Rhode, zwei junge Filmemacher aus Bochum, haben sich dieser Aufgabe gerne angenommen und die Idee umgesetzt. Schon im Sommer begannen die Dreharbeiten- nun fallen die ersten Schneeflocken und pünktlich zur Weihnachtszeit ist der Film fertig. „Es war uns wirklich eine Herzensangelegenheit“ resümieren beide. Es sei wichtig, über das Thema Suizid aufzuklären und durch den Kurzfilm tragen beide gern dazu bei.

VIELEN DANK!
Den Film gibt es ab sofort hier zu sehen!

 

Vorurteile über Suizid und Depressionen

„In Deutschland gibt es große Wissens­lücken über Depressionen. Fast jeder Fünfte findet, dass sich Betroffene zusammenreißen sollten, ein weiteres knappes Fünftel hält Schokolade für ein geeignetes Hilfsmittel gegen Depressionen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im „Deutschland-Barometer Depression“, das die Stiftung Deutsche Depressionshilfe und die Stiftung Deutsche Bahn heute in Berlin vorstellten“ stellt aerzteblatt.de fest. Hier geht es zum Arikel.

Auch unsere Peer-Berater/innen haben bereits häufiger Erfahrungen gemacht, die darauf schließen lassen, dass es noch viel Unwissenheit über Suizid und Depressionen in Deutschland gibt. Wir denken, Bescheid wissen, kann Suizide verhindern. Die folgenden Vorurteile sind leider weit verbreitet- aber alle FALSCH. Hättet Ihr es gewusst?

Vorurteil 1:
Wer einmal versucht sich umzubringen, der versucht es kein zweites Mal.
FALSCH. Ganz im Gegenteil ist wer bereits einen Suizidversuch hinter sich hat besonders gefährdet weitere Versuche zu unternehmen.

Vorurteil 2:
Man sollte Menschen nicht auf mögliche Suizidgedanken ansprechen. Damit bringt man sie erst auf die Idee es wirklich zu tun.
FALSCH. Es ist wichtig, Betroffenen das Gefühl zu geben auch mit bestehenden Suizidgedanken akzeptiert und geliebt zu werden. Darüber reden kann durchaus dem Gefühl entgegen wirken ausgegrenzt zu sein.

Vorurteil 3:
Wer damit droht sich umzubringen macht es eh nicht.
FALSCH. Studien haben ergeben, dass etwa 80% aller Suizide angekündigt werden.

Eltern berichten, wie es sich anfühlt den eigenen Sohn zu verlieren

Einen, in unseren Augen ergreifenden, Artikel hat das VICE Magazin in den vergangenen Wochen publiziert. Die Eltern eines jungen Mannes berichten darin, wie es sich für sie angefühlt hat ihren Sohn durch Suizid zu verlieren. Den gesamten Bericht findet ihr hier.

Falls auch Ihr unter Suizidgedanken leidet oder euch Freunde oder Bekannte betroffenen vorkommen, meldet euch bei uns- wir unterstützen euch gern!

Juhu! Wir haben den Deutschen Bürgerpreis gewonnen!

Am 15.11.2017 wurde zum 15. Mal der Deutsche Bürgerpreis verliehen. Auch [U25] Dortmund war unter den insgesamt sieben Projekten, die ausgezeichnet wurden. Wir freuen uns riesig! Insbesondere über die herzliche Laudatio von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier, der in dieser unterstrich, wie wichtig das ehrenamtliche Engagement besonders von jungen Menschen für die Gesellschaft ist. Auch Oberbürgermeister Ullrich Sierau reiste mit nach Berlin, um unseren Peer-Beratern und Beraterinnen für Ihren Einsatz zu danken. Wir fühlen uns sehr geehrt und sind überaus dankbar.

Jetzt geht es wirklich los!

Am 07. November war es soweit mit der startsocial Kick-Off Veranstaltung in Düsseldorf, die sich an alle Stipendiaten richtete, hat offiziell die Coachingphase für uns begonnen! Die kommenden Monate werden sicher sehr ereignisreich und anstrengend. Dennoch freuen wir uns riesig, nun endlich loslegen zu können, denn die Weiterfinanzierung des Projektes ist für uns natürlich ein elementares Thema.